Nach vorne führen viele Wege!

Unter diesem Motto stand der Informationsabend der BvonA zum Thema Betriebspraktikum in der 8. Klasse. Zahlreiche Eltern mit ihren Kindern informierten sich nicht nur über den Ablauf und die Kriterien für das Berufspraktikum, sondern auch über die verschiedenen Wege der Berufswahl. Sehr interessant und lebhaft war auch die Diskussionsrunde, die in Kooperation mit der Initiative „Der ovale Tisch Rheinland-Pfalz für Ausbildung und Fachkräftesicherung“ stattfand.

Der ovale Tisch ist ein landesweites Gremium, das unter der Leitung von Ministerpräsidentin Malu Dreyer regelmäßig über die Situation auf dem Ausbildungsmarkt und die Sicherung des Fachkräftebedarfs berät. Als Vertreter waren Hans-Joachim Omlor, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Kaiserslautern und Heidrun Schulz, Vorsitzende der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland, nach Otterberg gekommen.

Bei diesem Elternabend wurde deutlich, wie wichtig die Unterstützung der Eltern bei den ersten Schritten in die Arbeitswelt ist. Dies betonte auch Frau Sandmeier-Matheis, Berufsberaterin der Agentur für Arbeit, die regelmäßig Sprechstunden in unserer Schule anbietet. Die Eltern wüssten oft am besten, wofür die Kinder beruflich geeignet sind, da diese Fähigkeiten und Talente kennen würden. Aber auch die seelisch-moralische Unterstützung sei wichtig, da es oft kein leichter Weg in den Beruf sei.

Die Vertreterin des Elternbeirats, Kerstin Kruger, verdeutlichte am Beispiel ihrer Tochter, dass Eltern ihren Kindern einen großen Spielraum geben sollten. Auch warnte sie davor, die Kinder in eine bestimmte berufliche Ecke zu drängen. Darin waren sich die Diskussionsteilnehmer einig: die Jugendlichen von heute sollten sich der Vielfalt der Berufe bewusst werden und nicht die klassischen Mädchen- und Jungenberufe wählen. Mädchen haben insbesondere in technischen Arbeitsfeldern gute Chancen. Da sei auch die Art des Betriebs eher egal, wichtig sei, dass sich der Jugendliche im Unternehmen wohl fühle, stellte Johannes Schmitt, Ausbildungscoach der Handwerkskammer Kaiserslautern, fest.

Schulz macht an eindrucksvollen Zahlenbeispielen deutlich, dass auch Hauptschulabsolventen durchaus Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Dabei wurde durch verschiedene Redebeiträge ersichtlich, dass die Schlüsselqualifikation wie Höflichkeit, Teamarbeit und eine hohe Motivation oftmals viel wichtiger sind als gute Noten. Diese Qualifikationen subsumierte Omlor unter den Begriff der „Ausbildungsreife“, die oft von Arbeitgebern bemängelt wird. Doch auch das Praktikum in der achten Klasse trage zur Reife der Jugendlichen bei, erklärte Elke Bonner, die Vertreterin der Schulleitung an der BvonA. Sie wisse, dass die Schülerinnen und Schüler in diesen zwei Wochen oft viel erwachsen werden würden und über sich hinaus wachsen könnten.

In der Diskussionsrunde wurde auch auf die Tatsache hingewiesen, dass es momentan mehr freie Lehrstellen wie unversorgte Jugendliche gibt, dass aber dennoch nicht jeder eine Ausbildungsstelle findet. Hierzu riet Schulz zu mehr Flexibilität, man solle sich nicht auf nur einen Ausbildungsberuf fixieren, sondern auch ähnliche Berufe anstreben. Wichtig bei der Berufswahl sei aber auch immer, dass man sich vorstellen könne, dass Beruf Spaß macht, ergänzte Schmitt. Dies wünschte auch die Berufswahlkoordinatorin der BvonA, Heike Lazer, den Schülerinnen und Schülern und dankte den Gästen und Eltern für ihr zahlreiches Kommen.