Exkursion der Jahrgangsstufe 11 – Völklinger Hütte:

Exkursion der Jahrgangsstufe 11 – Völklinger Hütte:

 

Am 23.07.2022 fand eine gemeinsame Exkursion der 11. Jahrgangsstufe statt. Unser Ziel war die Völklinger Hütte, eine ehemalige Eisen- und Stahlfabrik. Die Besichtigung fand unter der Führung von Walter Altpeter statt. Die Völklinger Hütte wurde 1873 von Julius Buch gegründet. Sechs Jahre später wurde sie aus finanziellen Gründen jedoch wieder geschlossen. 1883 erwarb Carl Röchling die Völklinger Hütte und es kam zu einer Neueröffnung, die vollen Erfolg zeigte, denn der Standort Völklingen bot die benötigten Grundlagen für die Produktion. Seit 1890 war die Völklinger Hütte einer der größten Eisenträgerhersteller in ganz Deutschland. Ihre Hochzeiten hatte das Eisenwerk im ersten und zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit, als die Nachfrage an Eisen und Stahl sehr hoch war. Außerdem war die Völklinger Hütte einer der größten Arbeitgeber. Während der zweiten Stahlkrise wurde die Völklinger Hütte aus wirtschaftlichen Gründen im Jahr 1986 erneut und endgültig geschlossen. Tausende von Menschen verloren hierbei schlagartig ihren Arbeitsplatz. 1994 ernannte die UNESCO die Völklinger Hütte als Weltkulturerbe, die somit das erste Industriedenkmal weltweit ist.

Herr Altpeter führte uns in die verschiedenen Arbeitsbereiche der Fabrik. Nacheinander besichtigten wir die Sinteranlage, die Erzhalle mit Rohstoffbunkern und Lagerhalle, die Möllerhalle und die Winderhitzer mit den Hochöfen. In diesen Bereichen wurden die verschiedenen Produktionsschritte absolviert. Die Völklinger Hütte war zu ihrer Zeit eine der wichtigsten und produktivsten Industrien und konnte eine große Nachfrage an Eisen und Stahl stillen. Dennoch wies uns Herr Altpeter auch auf die Schattenseiten der Hütte hin. Die Arbeiter waren ständiger körperlicher und gesundheitlicher Belastung ausgesetzt und es mangelte an Sicherheitseinrichtungen. Viele der Arbeiter erkrankten oder starben. In der Völklinger Hütte arbeiteten auch 12 600 Zwangsarbeit aus verschiedenen Ländern. Für sie wurde extra ein Mahnmal errichtet, um ihnen zu Gedenken.

Am Ende dieses Tages hatte jeder von uns viel gelernt und verschiedene Eindrücke erhalten. Es war sehr spannend, die Ausmaße eines ehemaligen Eisen- und Stahlwerks mit eigenen Augen zu sehen und die Atmosphäre einmal selbst zu spüren. Walter Altpeter hat die Führung sehr anschaulich und kurzweilig gestaltet, sodass jeder viel lernen und mitnehmen konnte. Besonders für die beiden Erdkunde Leistungskurse war diese Exkursion von großer Bedeutung, da so unser derzeitiges Unterrichtsthema nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch behandelt wurde.

 

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