And the winner is: die Ironie!

Alle Jahre wieder veranstalten die Sportlehrer der BvonA zur Vorweihnachtszeit ein Volleyball-Turnier für die Oberstufe. Eine Mannschaft der MSS 12 macht uns die Freude, das Sportereignis – dezent sarkastisch gefärbt – Revue passieren zu lassen.

Volleyballmeister

Das freudetrunkene Lehrerteam bei der Siegerehrung.

Die Sporthalle fest im Blick marschierten wir die Treppen hinunter, die uns zu einem kleinem Vorsprung führten, der uns Schutz vor dem regnerischen Wetter bot. Froh über die Trockenheit unseres Unterschlupfes, begannen wir eine Konversation, in deren Fänge sich viele Menschen seit letzter Woche, freiwillig oder unfreiwillig, befunden haben. Dazu aber später mehr. Jedenfalls wurden fünf Minuten später die Tore zu unserer Sporthalle geöffnet, auf deren Parkett die Autoren dieses Textes eine bescheidene aber doch einzigartige Leistung abliefern sollten. Im Eingang der Sporthalle war schon alles für den Verkauf von Würstchen und Teigwaren vorbereitet, für den die Jahrgangsstufe 12 verantwortlich war. An dieser Stelle möchte ich nochmals allen danken, die an dem Verkauf der besagten Waren beteiligt gewesen waren. Die Halle selbst, in der die sportlichen Aktivitäten stattfinden sollten, war noch nicht präpariert worden. Diese Aufgabe übernahm die anwesende Schülerschaft und die am Turnier partizipierenden Lehrer. Nachdem nun alles an seinem vorhergesehen Platz war, konnte das Turnier beginnen, dessen Verlauf nicht vorherzusehen war, nicht für uns, aber auch nicht für die Gewinner.

Um dem Turnier eine für diese Jahreszeit typische Atmosphäre zu geben, wurden die Spiele von weihnachtlicher Musik begleitet. Aber auch die Musik half dem Autorenteam nicht, dessen Intention es war, das Turnier für sich zu entscheiden. Nichtsdestotrotz, profitierten scheinbar andere Teams von der weihnachtlichen Stimmung und konnten viele Spiele gewinnen. Dem einen Team, das sich aus Angehörigen der zwölften Jahrgangsstufe konstituierte, gelang es sogar, das Lehrerteam, dem nur Spitzensportler, also Sportlehrer, und sportbegeisterte Lehrer, darunter Herr Scholz, angehörten, in die Knie zu zwingen, was dazu führte, dass erste Zweifel beim Lehrerteam aufkamen, das den Sieg schon fest eingeplant hatte. Was die einzigartige Leistung des Autorenteams, die wir schon zu Beginn unseres Berichtes thematisiert haben, betrifft, besteht diese darin, dass wir uns den letzten Platz frühzeitig gesichert haben. Auch ein siegreiches Spiel konnte daran nichts mehr ändern.

Die nicht so wichtigen Entwicklungen außer Acht lassend kehren wir nun zu den erfolgreichen Teams zurück (alle Teams haben gut gespielt; es geht nicht um das Gewinnen). In dem entscheidenden Spiel standen sich zwei Teams gegenüber, die auf Augenhöhe spielten und deren Ambitionen nicht
unterschiedlicher hätten sein können. Dem Team aus der Jahrgangsstufe 12 war es noch möglich, den Pokal — es gab keinen materiellen Pokal — nach Hause zu holen, während es den Dreizehnern bei dem Spiel nur noch um die Ehre gehen konnte. Schließlich gewannen die Dreizehner — und der immaterielle Pokal ging an die Lehrer! (Das verwendete Satzzeichen soll nicht Ausdruck unserer Überraschung sein.) Das Turnier war zu Ende und um 12:36 Uhr wurde von den Lehrern die Siegerehrung vorgenommen. Als erstes wurden wir, die Autoren dieses Textes, nach vorne gerufen. Den Glückwünschen entgegenblickend, blieben wir aus Gründen der Bescheidenheit noch eine Minute in unserem Versteck, bis wir uns im Klaren darüber
waren, dass wir uns diese redlich verdient haben. Nachdem Bronze und Silber vergeben worden waren, wurden die Lehrer, unter schallendem Applaus der Schüler, zu den Siegern dieses Wettbewerbs gekürt. Ihnen gebührte Ruhm und Ehre. Den Verlierern dagegen, also uns, gebührte Perspektive. Daher wurde uns die Aufgabe anvertraut, aus unserer Perspektive zu schildern, wie die Ereignisse dieses besagten Tages ihren Lauf nahmen. Wie ihr seht, haben wir das auch getan.
Um nochmals auf die Konversation am Anfang, deren Thema wir euch nicht verraten haben, zurückzukommen, diese betraf natürlich den neuen Star Wars-Film. Dieser wird auch aus der Perspektive der scheinbar Unterlegenen — dem Widerstand — geschildert. Denn normalerweise wird die Geschichte aus der Sicht der Gewinner wiedergegeben. Bei dem Volleyballturnier war das nicht der Fall — wir danken den Organisatoren dafür.